Lena Schätte – Das Schwarz an den Händen meines Vaters

Ein Familienroman von der Tochter in der Ich-Form erzählt. Sie wird von ihrem Vater „Motte“ genannt. Ihr Vater ist Arbeiter, arbeitet im Metallwerk und ab Montag verfärben sich seine Hände bis zum Wochenende immer mehr. Das Schwarz an den Händen des Vaters. Einmal darf Motte mit zur Arbeit. Sie ist in der sechsten Klasse und die Väter dürfen ihre Töchter mitnehmen. Hier lernt sie den Grund der immer verfärbten Hände kennen. Wenn der Vater von der Arbeit nach Hause kommt, sitzt er auf dem Balkon, raucht seine Zigaretten und trinkt das erste Bier und grübelt. Die Mutter bringt den Töchtern bei, dass Männer die Bier trinken, harmlos sind aber Männer die Schnaps trinken Ärger bedeuten. Für den schlimmsten Fall soll die Frau immer eine gepackte Tasche und verstecktes Geld haben. Die Mutter weiß, wovon sie redet. Ihr Mann ist Alkoholiker und Spieler. In seiner Familie ist das keine Seltenheit. Irgendwann geht er nicht mehr zur Arbeit und verliert seinen Job. Die Mutter arbeitet in einem Hotel in der Wäscherei und kümmert sich um den Haushalt einer alten Dame. Als Motte älter wird, tritt sie in die Fußstapfen ihres Vaters. Sie trinkt keinen Schnaps, aber süßes Zeug. Wenn sie betrunken ist, weiß sie oft nicht, was sie alles erzählt und gemacht hat. Auch ihr Freund ist Trinker und keine große Hilfe für Motte. Nur ihr Bruder kümmert sich täglich um sie. Eines Tages wird beim Vater Krebs diagnostiziert. Motte liebt ihren Vater trotz seiner Schwächen. Wenn er nüchtern war, konnte er lustig und erfinderisch sein. Jetzt wird er sterben und sie muss sich von ihm verabschieden. Gleichzeitig will sie mit dem Trinken aufhören.

Lena Schätte schrieb bereits mit 21 Jahren ihren ersten Roman „Ruhrpottliebe“. In den folgenden Jahren arbeitete sie als Psychiatriekrankenschwester. 2020 begann sie Literarisches Schreiben zu studieren. Heute betreut sie suchtkranke Menschen in Lüdenscheid und schreibt.
„Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ wurde für einen Romanausschnitt mit dem W.-G.-Sebald-Literaturpreis ausgezeichnet.
Ein großartiger Roman über eine Familie, die sich durch den Alltag kämpft. Ganz nah dran an den Menschen. Absolut empfehlenswert!

Text: Jutta Engelmayer
Lena Schätte – Das Schwarz an den Händen meines Vaters, HC,24€
S. Fischer, 978 3 10 397657 1

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