Jodi Taylor – Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv

Manchmal bestimmen kleine Momente das Schicksal. So passierte es Madeline „Max“ Maxwell in der Schule. Sie war als Schülerin auffällig und hatte mehrere Verweise. Ihr Verbleib in der Ausbildungsstätte stand auf der Kippe. Sie war misstrauisch und argwöhnisch. Eine letzte Chance bot ihr die Direktorin Mrs. De Winter, die Max Fähigkeiten erkannte. Sie wusste, dass die Schülerin durch häusliche Umstände beeinträchtigt wurde. Max war intelligent und zeigte nur wenig Angst. Die Direktorin forderte von ihr eine Aufgabe. Sie sollte sich mit dem alten Ägypten beschäftigen und eine Arbeit schreiben. Dies war der Anfang einer neuen Leidenschaft. Max studierte Archäologie. Anschließend suchte sie nach abenteuerlichen Aufgaben, als nur im Museum Artefakte zu sortieren. Sie reiste und sammelte Erfahrungen. Max erlangte an der Thirsk Universität ihren Doktorgrad.
Eines Tages erhielt Max eine E-Mail von ihrer alten Direktorin. Sie forderte Max auf, sich am St. Mary`s-Institut für historische Forschung, zu bewerben. Interessiert beschaffte sich Max einen Vorstellungstermin und ihr Leben änderte sich radikal. Am Institut arbeiteten bemerkenswerte Menschen. Jeder war auf seinem Bereich eine Kapazität. Trotzdem wurden neue Kräfte gesucht. Max erkannte warum. Sie lernte ihre Mitbewerber kennen. Die Schulung bestand aus Theorie, Praxis und körperlichen Herausforderungen, die Max alles abverlangten. Die harte Ausbildung hatte einen atemberaubenden Grund. Das Institut besaß Zeitreisemaschinen. Was Max lernte, war auf einer Reise lebensnotwendig. Ihre Ausbilder waren Techniker, Ärzte und Sicherheitspersonal. Die Auszubildenden wurden zu Zweierteams zusammengesetzt und waren im Notfall aufeinander angewiesen. Max war fasziniert von ihrer neuen Aufgabe. Sie begriff schnell, dass der neue Job lebensgefährlich war. Wissenschaftler, die aus der Vergangenheit zurückkamen, waren zum Teil verletzt. Todesfälle kamen vor. Die Teams bekamen immer Aufgaben. Sie beobachteten und dokumentierten Vorgänge für ein besseres Verständnis der Geschichte. Beeinflussung der Vergangenheit war verboten.
Max fühlte sich fit und bestand erste Kurzreisen. Sie wartete gespannt auf ihren großen Einsatz. Sie reiste ins Mittelalter, in den 1. Weltkrieg und bekam eines Tages den Auftrag mit ihrem Partner in die Kreidezeit zu reisen. So weit zurück war bislang kein Wissenschaftler gereist, in die Welt vor siebenundsechzig Millionen Jahren.
Jodi Taylor war Verwaltungschefin der Bibliotheken von North Yorkshire County. Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv ist ihr erstes Buch, dass sie als E-Book selbst veröffentlichte. Das Buch wurde ein voller Erfolg und ein Verlag bot ihr ein unwiderstehliches Angebot an.
Die Protagonistin Max macht nichts halbherzig. Sie begibt sich ständig in Gefahr. Sie ist wissbegierig und mutig. Eigenschaften, die sie oft in Schwierigkeiten bringen. Gehorsam ist nicht ihre Stärke. Was Max auf ihren Reisen erlebt, erzählt die Autorin bildhaft und erweckt eine längst untergegangene Welt zum Leben. Abenteuer, Intrigen und Liebe bestimmen die Handlung. Dabei erzeugt Jodi Taylor eine Spannung bis zur Atemlosigkeit. Ein faszinierendes Erstlingswerk mit dem Potential für Fortsetzungen. Der englische Buchtitel verspricht es bereits: „Just one Damned Thing after Another. The Chronicals of St. Mary`s Book 1″

Text: Jutta Engelmayer
Jodi Taylor – Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv, TB, 9,99€
blanvalet, 978-3-7341-6208-4

Elly Griffiths – Grabesgrund

Barry West bearbeitet ein unebenes Gelände voller Krater und Furchen mit seinem Bagger. Die Sonne scheint heiß vom Himmel und die Arbeit ist schwer. Ein Baugelände soll auf diesem geschichtsträchtigen Boden vorbereitet werden. Plötzlich kratzt die Baggerschaufel über Metall. Barry sieht etwas aus dem Boden aufragen. Etwas Großes schaut aus der aufgewühlten Erde. Barry holt eine Schaufel und gräbt vorsichtig per Hand weiter. Er entdeckt eine Scheibe. Als er das Glas reinigt schaut er in das Gesicht eines Menschen. DCI Nelson wird informiert. Er bittet Dr. Ruth Galloway um Unterstützung. Ruth ist neben ihrer Tätigkeit als Universitätsdozentin zusätzlich der Abteilung für Schwerverbrechen der North Norfolk Polizei als forensische Archäologin zugeteilt. Die amerikanische Maschine stammt aus dem zweiten Weltkrieg und scheint abgestürzt zu sein. Ruth untersucht den Toten im Flugzeugwrack. Dabei stellt sie fest, dass der Tote ermordet wurde und nicht in diesem Flugzeug gestorben sein kann. Die Baustelle wird zum Unmut des Bauunternehmers für weitere Untersuchungen gesperrt. DNA Untersuchungen des Toten identifizieren ihn als Fred Blackstock. Er entstammt einer Familie die ganz in der Nähe einen Landsitz bewohnt. Fred ist der ältere Bruder des noch lebenden Besitzers. Die Polizei nimmt Kontakt mit den Blackstocks auf. Die Familie dachte, Fred ist über dem Meer abgeschossen und getötet worden. Wie kam er in die gefundene Maschine?
Das Gelände des Herrenhauses wird im Auftrag der Polizei von Ruth Galloway untersucht. Als ein Mitglied der Familie überfallen wird, scheint der Fall aus der Vergangenheit in der Gegenwart angekommen zu sein. Die Blackstocks hüten ein altes Geheimnis. Wieder einmal arbeiten DCI Harry Nelson und Ruth Galloway zusammen.

Die britische Autorin Elly Griffiths stellt mit „Grabesgrund“ den 7. Fall mit der Archäologin Ruth Galloway und DCI Harry Nelson vor. Wieder einmal schafft es die Autorin Geschichte und Gegenwart miteinander zu verknüpfen und ihre Akteure unter Einsatz ihres Lebens agieren zu lassen. Trotzdem ist wilde Action hier nicht an der Tagesordnung. Die Handlung fließt wie ein ruhiger Fluss ohne Langeweile zu erzeugen. Dabei werden die Beziehungen der Protagonisten seid dem ersten Fall kontinuierlich, aber behutsam weiterentwickelt. Der Fan kann sich auf Fortsetzungen freuen.

Text: Jutta Engelmayer
Elly Griffiths – Grabesgrund, TB, 12€
rororo, 978-3-499-21852-1