Buchtipp: Matthias Brandt – Raumpatrouille

„Alles was ich erzähle ist erfunden
Einiges davon habe ich erlebt
Manches von dem, was ich erlebt habe,
hat stattgefunden.“

Diese Zeilen stehen am Anfang des Buches, bevor die erste Geschichte überhaupt anfängt. Will ich trotzdem weiterlesen? Immerhin ist Matthias Brandt ein bekannter deutscher Fernseh- und Theaterschauspieler. Und Sohn einer der bekanntesten Nachkriegspolitiker Deutschlands.
Die erste Geschichte beginnt mit zwei Worten: „Keiner da.“ Kein Satz, eine Feststellung. Bessere Opener gibt es kaum, denn schon ist die Neugier des Lesers geweckt. Es eröffnen sich unzählige Möglichkeiten von nachfolgenden Szenen. In diesem Fall ein Junge mit triefender Langeweile. Der Nachmittag will totgeschlagen werden bevor im Fernseher „Percy Stuart“ beginnt. Das Bonanza Fahrrad wird aus der Garage geholt und „Mamy Blue“ von Ricky Shane gepfiffen – gehört in der letzten Hitparade.
Bereits während der ersten drei Seiten bin ich mitten in der Erzählung. „Percy Stewart das ist unser Mann, …“, trällert die Melodie aus der Fernsehserie durch meinen Kopf. Ich dachte an Ricky Shane, den meine Schwester als Bravo Starschnitt an die Tapete in unserem Kinderzimmer gepinnt hatte. Ein Bonanza Rad hatte meine Schulfreundin.
Hat der Autor das erfunden oder erlebt? Geschichten kann Matthias Brandt erzählen – ob fiktiv oder selbst erlebt spielt keine Rolle. Er weckt Erinnerungen an die eigene Kindheit, an einen berühmten Bundeskanzler und den Mann im Mond. Schöner kann Unterhaltung nicht sein.
Text: Jutta Engelmayer
Matthias Brandt – Raumpatrouille, HC, 176S., 18€
Kiepenheuer und Witsch, Sep 2016, ISBN 978-3-462-04567-3

Wenn Flugzeuge im Meer verschwinden – Noah Hawleys neuer Thriller – Vor dem Fall

Marthas Vineyard ist eine Insel vor der Südküste von Cape Cod im US Bundesstaat Massachusetts. Ein Ferienparadies der Reichen, nicht weit entfernt von New York und Boston. Ein Privatjet steht an der Startbahn. Die Besatzungsmitglieder, zwei Piloten und eine Stewardess warten auf ihre Passagiere. Der Medienmogul David Bateman mit seiner Frau Maggie, ihrer Tochter Rachel und JJ ihrem Sohn. Begleitet werden sie von einem Bodyguard. Da in ihrem gecharterten Flugzeug noch Plätze frei sind haben Dave und Maggie noch Bekannte eingeladen mitzufliegen. Ein Komfort der eine viel längere Rückreise mit der Fähre erspart. Ben und Sarah Kippling sind Freunde von Dave. Kipling ist Partner in einer großen Wallstreet Firma. Die von Maggie eingeladenen Person ist der Maler Scott Burroughs. Die beiden kennen sich erst seit kurzer Zeit. Scott will in einer New Yorker Galerie seine Bilder vorstellen. Der Start ist für 22 Uhr geplant. Der Abend ist mild, aber es zieht dichter Nebel auf. Für den Privatjet kein Problem. Die Maschine starte pünktlich. 16 Minuten später stürzt das Flugzeug ins Meer. Weiterlesen »

Dem Downbeat auf der Spur: Tosca und ihr neues Album Going, Going, Going

Die Altmeister haben wieder zugeschlagen. Auf ihrem 10. Album kehren Tosca zu ihren Wurzeln zurück. Richard Dorfmeister und Rupert Huber haben sich auf ihre Urprünge besonnen und liefern ein durchgehend spannendes Album ab welches sich stilistisch viele Freiheiten nimmt. Die Basis ist der typische Vienna Style der 90er Jahre, für den Tosca immer noch abgefeiert werden. Alles fein gemischt mit House-, Ambient-, Electronica und Retroelementen, gewürzt mit Soundtrackgrooves. Dadurch entzieht sich Tosca allen Klassifizierungen. Nehmt das Album wie es ist, zurücklehnen und die Regler hoch. Unsere Künstler der Woche am 28.02.17

Die Berlinale 2017 in Bildern

Pulse of Europe trifft sich am 05.03. in Göttingen

Nun auch in Göttingen, die erste Pro Europa Demonstration. Seit einigen Wochen am Sonntag in vielen deutschen Städten für den Erhalt der Europäischen Union demonstriert. Dies oft noch unter der Wahrnehmungsschwelle der Medien, aber mit einer zunehmenden personellen Präsenz. Es ist mittlerweile mehr als der Ausdruck eines diffusen Gefühls, überzeugte Europafreunde sind der Meinung, dass es sich lohnt den negativen Ideen der Populisten ein deutliches Zeichen entgegenzusetzen. Jetzt hat sich ebenfalls in Göttingen eine lokale Initiative gebildet, die zumindest bis zur Wahl in den Niederlanden jeden Sonntag Flagge zeigen will. Der erste Termin ist Sonntag der 05.03.17 um 14:00 Uhr am Gänseliesel. Auf das der Platz blau werde!

www.pulseofeurope.eu