Christof Weigold – Der blutrote Teppich

Hardy Engel ist ein ehemaliger Polizist aus Deutschland, der in die USA ausgewandert ist. Er verdingte sich in Hollywood wenig erfolgreich als Schauspieler. Schließlich machte er sich mit einem Detektivbüro selbstständig. Seine Kenntnisse über die Filmindustrie stellten sich als nützlich heraus. Über Stars und Filmstudios bekommt er Aufträge. Diesmal ist der berühmte Regisseur William Desmond Taylor sein Auftraggeber. Hardy hatte unter seiner Regie als Schauspieler gearbeitet. Der Film war ein Flop. Taylor braucht Hardy Engel als Privatdetektiv. Er verspricht ihm ein großzügiges Honorar und die Aussicht ihn wieder als Schauspieler zu besetzen. Dafür soll Hardy das Haus von Mabel Normand überwachen. Die Schauspielerin war Partnerin von Charles Chaplin und den in einen Skandal verwickelten Komiker Fatty Arbuckle. Sie war in Hollywood für ihren Konsum von Alkohol, Männern und Drogen bekannt. Hardy soll das Haus der Schauspielerin nur beobachten. Kurz vor dem Auftrag hatte sich Mabel Normand mit Taylor in seinem Haus getroffen. Engel nahm den Auftrag an und verbrachte die Nacht vor dem Haus des Filmstars. Er sollte gleich am nächsten Morgen dem Regisseur Bericht erstatten und sein Honorar erhalten. Als Hardy Engel nach einer langen, kalten Nacht das Haus von William Desmond Taylor betritt, findet er den Regisseur tot in seinem Arbeitszimmer. Der Detektiv wird bei der Untersuchung der Leiche vom Butler des Toten vorgefunden und von ihm als Täter verdächtigt und eingesperrt. Hardy Engel wird von Polizei und dem Staatsanwalt verhört und unter Vorlagen wieder frei gelassen. Der Detektiv beginnt zu ermitteln. Taylor hat eine kriminelle Vergangenheit. Seine Recherchen führen ihn in die Kreise der Filmstudios, die alles tun würden, um einen Skandal zu vertuschen. Zu viele große Stars stehen im Zusammenhang mit dem ermordeten Regisseur. Hardy Engel befindet sich in einem Wespennest von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes der Studios und einem korrupten Polizeiapparat.
Christof Weigold schrieb Theaterstücke, war freier Autor der Harald Schmidt Show und arbeitet als freier Drehbuchautor für Film und Fernsehen. „Der blutrote Teppich“ ist der 2. Fall von Privatdetektiv Hardy Engel. Die Kriminalfälle sind echt. Skandale und Mordfälle aus Hollywood sind der Hintergrund. Der Autor nutzt die realen Fälle, um seinen Protagonisten in die skurrile und gefährliche Welt der korrupten Filmindustrie der frühen 20er Jahre zu schicken.  Dabei muss der Detektiv an Leib und Seele vieles einstecken. Stories für einen Film Noir. Hardy Engel ist ein würdiger Nachfolger von Chandlers Philip Marlowe. Wer die Bücher Hollywood Babylon von Kenneth Anger kennt, weiß das noch viele ungelöste Fälle auf Hardy Engel warten.

Text: Jutta Engelmayer
Christof Weigold – Der blutrote Teppich, PB, 16€
Kiwi, 978-3-462-05141-4

Jaroslav Rudiš – Winterbergs letzte Reise

Zeitgenössische tschechische Schriftsteller sind trotz der geografischen Nähe zu Deutschland oft nur den eingefleischten Literaturkennern bekannt. Das sollte sich dringend ändern. Ein guter Einstieg dazu ist Jaroslav Rudiš Roman „Winterbergs letzte Reise“. Eine Reise in Regionen, die oft dem westdeutschen, westeuropäischen Blick verschlossen bleiben, ist das Kernthema des Buches. Winterberg, schwerkrank, macht sich mit seinem Pfleger Jan Kraus auf eine lange Zugreise in seine Vergangenheit. Von Berlin aus reisen beide tief ins Böhmerland, über Bratislava und Budapest nach Laibach. Auch Winterbergs Pfleger Jan Kraus hat osteuropäische Wurzeln. Wie Winterberg, holt ihn auf der Fahrt seine Vergangenheit ein. Der Leser steigt in diesem genialen Roman tief in die bewegte Geschichte Mittel- und Osteuropas ein. Viele Erinnerungen und Schnittpunkte, die in den Jahren des Eisernen Vorhangs verloren gegangen sind, tauchen wieder auf. „Prag schauen wir uns in Wien an“, spricht Winterberg. Überhaupt sprechen: auf seiner „Überfahrt“ genannten Reise, hält Winterberg endlose Monologe. Er zitiert aus alten Reiseführern und erzählt seine äußerst originelle Familiengeschichte. Dies wirkt nicht aufdringlich – natürlich hat dazu der Pfleger Jan Kraus eine andere Meinung. Der Leser wird dadurch tiefer und bildlicher in die Geschichte hineingezogen.
Wer dieses Buch liebt, wird der Verlockung nicht wiederstehen können, einige Städte selbst aufzusuchen und Winterbergs letzte Reise im Zug lesen.

Text: Ulf Engelmayer
Jaroslav Rudiš – Winterbergs letzte Reise, geb, 24€
Luchterhand, 978-3-630-87595-8

Frank Goosen – Kein Wunder

Berlin im Jahr 1989. Endzeit in der DDR, alles scheint möglich. Auch für Fränge, Anfang zwanzig und ein Kind des Ruhrpotts. Wie viele Jugendliche in den 80er Jahren, pendelt er zwischen den Welten. Zum einen im beschaulichen Bochum und der dortigen Sub- und Ruhrgebietskultur, die beginnt ihre Unschuld zu verlieren, zum anderen in der Boomtown des Undergrounds Berlin. Hat man erst die demütigende Transitstrecke überwunden, beginnt das Gefühl unbegrenzter Freiheit. Gemeinsam mit seinen Kumpels Förster und Brocki, erkunden die drei Gefährten die westliche Metropole, genauso wie die Dissidentenszene im Osten Berlins. Dabei spielt der ostdeutsche Campingkocher „Juwel“ eine gewichtige Rolle. Zur Kultur gehört der richtige Stil, die richtige Haltung, die richtigen Filme und die Musik. Turbulent wird es, als Fränge eine Menage à Trois beginnt. Eine Freundin im Osten, eine im Westen. Dazwischen als Ruhepol und analytischer Kopf Förster, Sohn eines Akademikers und einer schönen Mutter mit dem damals üblichen Frankreichfimmel.
Ein wunderbares, witziges und wahres Buch aus dem Frank Goosen Kosmos. Es gelingt ihm brillant, den Esprit dieser Zeit einzufangen. Diese Zeit in der alles möglich war und die Zukunft eine grandiose Vision.

Text: Ulf Engelmayer
Frank Goosen – Kein Wunder, geb, 20€
Kiwi, 978-3-462-05254-1

Axel Milberg – Düsternbroock

Axel Milberg ist in erster Linie als Kieler Tatortkommissar bekannt. Jetzt präsentiert er sich als Autor und zwar auf äußerst unterhaltsame Art. In seinem Debütroman erzählt er über seine Jugend in dem noblen Kieler Vorort Düsternbroock – so auch der Titel des Buches. Milberg möchte seinen Text ausdrücklich nicht als Autobiografie verstanden wissen. Dennoch sind die persönlichen Bezüge offensichtlich.
Großbürgertum würde man wohl das Milieu nennen, in dem Milberg aufgewachsen ist. Der Vater Anwalt, die Mutter eine pathologische Antiquitätensammlerin. Das bürgerliche Leben wird zelebriert. Das Canaster spielen mit Freunden gehört genauso dazu wie die Jagdausflüge des Vaters. Außenseiter der Familie – der schwule Patenonkel – machen das Leben des Ich-Erzählers abwechslungsreich. Dieser gibt sich in seiner jugendlichen Leidenschaft noch zahlreichen Theorien über Außerirdische und UFOs hin. Erich von Däniken lässt grüßen. Erste Liebschaften und ein Kriminalfall bringen ihn zurück in die Realität. Das Buch endet mit der Aufnahme Milbergs an der Schauspielschule in München.
„Düsternbroock“ ist entspannt zu lesen, streckenweise sehr witzig und originell, auch wegen des Erinnerns an die Jugendzeit. Deswegen ist das Buch wohl zu Recht auf der Bestsellerliste.  

Text: Ulf Engelmayer
Axel Milberg – Düsternbroock, HC, 22€
Piper Verlag, 978-3-492-05948-0

Ben Aaronovich – Die Glocke von Whitechapel

Peter Grant ist Detective Constable in London und Zauberlehrling. Durch Zufall entdeckte er sein Gespür für Magisches und sein Talent wird gefördert. Was manche Menschen als Hauch, Spur oder einfach als merkwürdig empfinden, hat tatsächlich etwas mit Magie zu tun. Ist bei Verbrechen Zauberei im Spiel, schaltet die Metropolitan Police die Einheit für spezielle Analysen ein. Dabei handelt es sich um die Gesellschaft der Weisen, kurz Folly genannt. Kopf ist der Magier Detective Chief Inspector Thomas Nightingale. Er ist Peters Ausbilder und der letzte offizielle Zauberer in England.
Der gesichtslose Magier Nummer 2 ist ein gewissenloser Verbrecher, der die Weltordnung zu seinen Gunsten verändern will. Ihm zur Seite steht Leslie May. Sie ist eine frühere Kollegin von Peter und hat sich auf die böse Seite der Magie geschlagen. Die Identität des gesichtslosen Magiers ist der Polizei inzwischen bekannt, aber er ist unauffindbar. Nightingale und sein Team überwachen Personen, die Kontakte in die magische Szene haben. Eine dieser Personen wird nach einem Angriff schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht und dort trotz Überwachung getötet. Martin Chorley, der gesichtslose Magier ist wieder da.
Archäologische Fundstücke von römischen Kultstätten verschwinden. Peter und seine Kollegin Gulled entdecken Spuren, die in eine alte Gießerei führen. Dort ist eine Glocke in Auftrag gegeben und gegossen worden. Peter spürt die ausgehende Magie, die von dieser Spezialanfertigung ausgeht. Die Glocke wird zerstört.
Das hindert Martin Chorley nicht daran weiter aktiv zu bleiben. Peter wird entführt und von in einer Blase festgehalten, in der er keine Magie ausüben kann. Bewacht wird er von Fingerhut, einer Fae. Sie ist ein magisches Wesen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Das Peter nicht sofort von Chorley getötet wird, hat er seiner abtrünnigen Exkollegin Lesley May zu verdanken.
Mr. Punch, der Geist von Aufruhr und Rebellion soll getötet und als mächtiges Relikt für die Glocke genutzt werden. Während Peters Gefangenschaft wird eine weitere Glocke hergestellt. Peter gelingt es das Vertrauen von Fingerhut zu gewinnen. Zusammen gelingt ihnen die Flucht aus Chorleys Gefängnis. Die Zeit läuft und das Team von Nightingale ermittelt gegen die Zeit.
Ben Aaronovich stellt mit „Die Glocke von Whitechapel“ den 7. Fall mit DC Peter Grant vor. Mit der Mischung aus Fantasy und Krimi hat der Autor genau den richtigen Stil getroffen. Die Romane sind internationale Bestseller. Das liegt sicher an den liebenswürdigen, kauzigen und außergewöhnlichen Charakteren. Die Metropole London mit ihrer langen Geschichte, bietet genug Platz, um die Figuren agieren zu lassen. Jeder neue Fall wird freudig erwartet.

Text: Jutta Engelmayer
Ben Aaronovich – Die Glocke von Whitechapel, TB, 10,95€
dtv, 978-3-423-21766-8

Susanne Mischke – Zärtlich ist der Tod

Edeltraud Cebulla ist die Sekretärin von Hauptkommissar Bodo Völxen. Sie ist eine gewissenhafte Mitarbeiterin und kümmert sich gut um ihren Chef. Völxen hat sich nie um das Privatleben seiner Sekretärin gekümmert. Er weiß nicht besonders viel von ihr. Jetzt sitzt Frau Cebulla ziemlich derangiert in Völxens Büro und bittet ihn um ein Gespräch. Er ist irritiert, den eigentlich hat Frau Cebulla frei, ein verlängertes Wochenende durch einen Brückentag. Sie sieht regelrecht fertig aus. Rote Augen, fleckige Haut und geschwollene Tränensäcke. Sie möchte eine Person als vermisst melden. Ihr Freund meldet sich nicht und ist über sein Handy nicht erreichbar. Sie hatten einen gemeinsamen Kurzurlaub geplant. Er wollte sie zuhause abholen. Frau Cebullas Bekannter heißt Viktor Füssli, ist Schweizer und lebt in Hamburg. Völxen kann es nicht fassen. Seine unscheinbare Sekretärin hat rot lackierte Fingernägel und hat einen Liebhaber. Seid drei Monaten sind die beiden zusammen. Völxen ist die Sache unangenehm. Eigentlich ist das Sache der Vermisstenstelle. Trotzdem meldet sich sein Gewissen. Er fragt Frau Cebulla nach weiteren Details. Der Mann hat keinen Festnetzanschluss, weil er als Weinhändler beruflich viel unterwegs ist. Edeltraut Cebulla hat bereits recherchiert. Auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover gab es keinen Unfall. In seiner Hamburger Wohnung, nahe der Elbchaussee, ist niemand zuhause. Seinen Wagen, einen Mercedes Coupe, konnte sie in der Nähe der Wohnung nicht finden. Völxen wird misstrauisch. Er fragt vorsichtig nach, ob der Mann vielleicht verheiratet ist. Frau Cebulla bestreitet das. Die beiden hatten Zukunftspläne. Ein Weingut in Frankreich war das Ziel. Sie hatte Viktor Füssli über eine Kontaktanzeige kennengelernt, gesteht sie ihrem Chef. Der Hauptkommissar fragt seine Sekretärin, ob sie dem Mann Geld geliehen hat. Er denkt an einen Betrüger.
Das der alte Hase nicht ganz unrecht hat, wird kurze Zeit später entdeckt. Eine Frau wird tot in ihrer Wohnung gefunden. Auch sie hatte Kontakt zu Viktor Füssli. Jetzt hat das Team von Völxen einen Mordfall aufzuklären. Frau Cebulla ist auf einen Heiratsschwindler reingefallen. Ist auch sie in Gefahr?
Susanne Mischke hat sich bereits mit vielen Romanen einen renommierten Platz unter den deutschen Krimischriftstellern gesichert. „Zärtlich ist der Tod“ ist bereits der 8.Fall des in Hannover ermittelnden Teams um Bodo Völxen. Der auf dem Land lebende Hauptkommissar ist glücklich verheiratet, ist Besitzer eines Restbauernhofs, einer kleinen Schafherde und eines Hundes. Er trinkt gern mit seinem Nachbarn ein Herrenhäuser Bier und bei dem Wort Diät, obwohl er sie nötig hätte, knurrt ihm der Magen. Auch wenn diese Beschreibung auf einen älteren, gemütlichen Mann deutet, ist Völxen und sein Ermittlerteam sehr erfolgreich. Diese Charakterköpfe machen den hauptsächlichen Charme der Krimis von Susanne Mischke aus. Die Autorin stellt mit „Zärtlich ist der Tod“ eine freudig erwartete Fortsetzung der Hannover Krimis vor. Die Story erfüllt wieder einmal die hohen Erwartungen. Weiter so!

Text: Jutta Engelmayer
Susanne Mischke – Zärtlich ist der Tod, PB, 15€
Piper Verlag, 978-3-492-06128-5

Frank Biess – Republik der Angst

Im angelsächsischen Sprachgebrauch ist der Begriff „German Angst“ eine feste Größe. Man bezeichnet damit vermeintlich typisch deutsche, gesellschaftliche, politische und kollektive Verhaltensweisen. Das diese Zuweisungen ihren inhaltlichen Kern haben, ist Thema des Buches „Republik der Angst“. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik. Der Autor Frank Bliess ist Professor für Europäische Geschichte an der University of California, San Diego. Er versucht in der Tat in seinem Buch die Geschichte der Bundesrepublik, als eine Geschichte, geprägt von kollektiven Ängsten zu erzählen. Das beginnt im Nachkriegsdeutschland mit der Angst vor Vergeltung und Rache für die deutschen Kriegsgräuel. In den 50er Jahren folgten skurrile Ängste, wie zum Beispiel die vermutete Zwangsrekrutierung von Deutschen für die französische Fremdenlegion. An der Schnittstelle zum Ostblock war Kriegsangst ein beherrschendes Thema. Der totale Atomkrieg und das Wettrüsten in den 80er Jahren. Die Deutschen haben nach Sicht des Autors keine Zivilisationsangst ausgelassen: Kernenergie, Automationsangst, Kulturpessimismus. Das Phänomen setzt sich bis in die heutige Zeit fort. Die AfD als politischer Ausdruck der „German Angst“.
Die von Frank Biess beschriebenen Ängste schlagen sich auch in Umfragen nieder. In den 80er Jahren gab es eine angstgetriebene Mehrheit in der Bevölkerung. Die Liste westdeutscher Pathologien könnte noch endlos weitergeführt werden. Sie scheinen zu unserer jüngsten Geschichte zu gehören. Eine Erkenntnis dieses Buches ist, dass Ängste immer in Verbindung mit einer sich wandelnden Erinnerungskultur zu sehen ist, die einhergeht mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus. Der nimmt für sich in Anspruch, die Zukunftsängste der Bevölkerung zu kennen.

Wer diese Zusammenhänge besser verstehen will, dem sei das Buch „Republik der Angst“ von Frank Biess unbedingt zu empfehlen.

Text: Ulf Engelmayer
Frank Biess – Republik der Angst, HC, 22€
Rowohlt, 978-3-498-006785

John Grisham – Das Bekenntnis

Was passiert wenn ein guter Mensch einen anderen guten Menschen tötet? Was ist der Grund?
Pete Banning ist ein angesehener Bürger. Er ist Kriegsveteran, Landbesitzer, Vater und ein angesehenes Gemeindemitglied. Eines Morgens wacht er auf, fährt in die Stadt und erschießt Reverend Dexter Bell von der Methodistengemeinde. Anschließend stellt er sich. Keiner kann die offensichtlich geplante Tat begreifen, erfassen, nachvollziehen.
Pete Banning kommt ins Gefängnis. Er gesteht die Tat und wird zum Tode verurteilt. Nie erwähnt er den Grund seines Handelns. Seine Kinder sind auf sich gestellt und müssen mit dieser unfassbaren Tat leben. Sie verlieren nicht nur ihren Vater, sondern ihr Land, ihr Zuhause und ihren guten Namen. Mit diesem Drama müssen sie weiterleben.
Der amerikanische Bestsellerautor John Grisham erzählt in diesem Roman die Geschichte einer Familientragödie. Der Protagonist ist Besitzer einer Baumwollplantage in Mississippi. Er ist Kriegsveteran und war lange Zeit verschollen. Er ist Vater von zwei Kindern und lebt von seiner Frau getrennt. Sie ist durch ihn in eine Nervenklinik eingewiesen worden.
Das ist viel Stoff für einen Roman und leider vertieft sich Grisham sehr in den Charakter seines Protagonisten, ohne zu viel preiszugeben. Es ist in einigen Teilen des Romans schwierig Bannings Charakter zu folgen. Die Motive sind verständlich, aber schwer zu begreifen. Der Schluss ist unerwartet und stimmt nachdenklich. Es stellt sich die Frage: Was wäre, wenn?

Text: Jutta Engelmayer
John Grisham – Das Bekenntnis, HC, 24€
Heyne, 978-3-453-27213-2

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