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Dem Downbeat auf der Spur: Tosca und ihr neues Album Going, Going, Going

Die Altmeister haben wieder zugeschlagen. Auf ihrem 10. Album kehren Tosca zu ihren Wurzeln zurück. Richard Dorfmeister und Rupert Huber haben sich auf ihre Urprünge besonnen und liefern ein durchgehend spannendes Album ab welches sich stilistisch viele Freiheiten nimmt. Die Basis ist der typische Vienna Style der 90er Jahre, für den Tosca immer noch abgefeiert werden. Alles fein gemischt mit House-, Ambient-, Electronica und Retroelementen, gewürzt mit Soundtrackgrooves. Dadurch entzieht sich Tosca allen Klassifizierungen. Nehmt das Album wie es ist, zurücklehnen und die Regler hoch. Unsere Künstler der Woche am 28.02.17

Die Berlinale 2017 in Bildern

Pulse of Europe trifft sich am 05.03. in Göttingen

Nun auch in Göttingen, die erste Pro Europa Demonstration. Seit einigen Wochen am Sonntag in vielen deutschen Städten für den Erhalt der Europäischen Union demonstriert. Dies oft noch unter der Wahrnehmungsschwelle der Medien, aber mit einer zunehmenden personellen Präsenz. Es ist mittlerweile mehr als der Ausdruck eines diffusen Gefühls, überzeugte Europafreunde sind der Meinung, dass es sich lohnt den negativen Ideen der Populisten ein deutliches Zeichen entgegenzusetzen. Jetzt hat sich ebenfalls in Göttingen eine lokale Initiative gebildet, die zumindest bis zur Wahl in den Niederlanden jeden Sonntag Flagge zeigen will. Der erste Termin ist Sonntag der 05.03.17 um 14:00 Uhr am Gänseliesel. Auf das der Platz blau werde!

www.pulseofeurope.eu

Rich Cohen – Die Sonne, der Mond und die Rolling Stones

Rockmusik, insbesondere die alten Helden sind kein Schwerpunkt in der radiolounge. Dennoch an dieser Stelle ein Buchtipp über die größte und fast schon älteste Rockband der Welt: The Rolling Stones. Wieder voll da mit ihrem Bluesalbum „Blue & Lonesome“ und ihrem Sensationsauftritt in Havanna. Nun wieder einmal eine Biografie über diese Rockband. Man könnte meinen, alles sei zu diesem Thema bereits gesagt. Jetzt hat der Rolling Stone Reporter Rich Cohen ein Buch vorgelegt, dass die Geschichte der Band aus dem Blickwinkel eines „eingebetteten Journalisten“ erzählt. Cohen erhält in den 90er Jahren den Auftrag die aktuelle US-Tournee der Stones zu begleiten und darüber zu schreiben. Schnell gerät er in den Bann dieser Band, zieht mit ihnen herum, wird zum Insider, schreibt die Geschichte dieser Ausnahmegruppe in seinem Buch „Die Sonne der Mond und die Rolling Stones“ noch einmal neu. Zahllose Anekdoten versammeln sich hier – natürlich nicht alles neue Erkenntnisse, auf jeden Fall gut erzählt. Gemischt mit persönlichen Erfahrungen mit diesem Rock n` Roll Rat Pack. Großen Raum nehmen die tragischen Ereignisse während des Altamont Festivals ein, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Eine Zäsur in der Geschichte der Rockfestivals. Lebendiger und näher dran hat wohl noch nie jemand die Geschichte dieser Greatest Rock n`Roll Band oft the World erzählt. Wer dieses Buch liest – und hier geht es nicht um Nostalgie, sondern um Geschichte – wird verstehen warum die Stones auch heute noch so viele Menschen begeistern. Vielleicht weil sie immer noch da sind. d die Geschichte dieser

Text: Ulf Engelmayer
Rich Cohen – Die Sonne, der Mond und die Rolling Stones, HC, 24,99 €
btb, Aug 2016, ISBN 978-3-442-75626-1

Berlinale 2017


Auch in diesem Jahr haben wir als Redaktion Filmriss mit täglichen Livesendungen von der Berlinale berichtet. Viele Einzelbeiträge werden in den nächsten Tagen an dieser Stelle nachzuhören sein. Hier ein Beitrag unseres Oldenburger Kollegen Oliver Schäfer über den diesjährigen Berlinalepräsidenten Paul Verhoeven.

Buchtipp: Tom Hillenbrand – Der Kaffeedieb

Am Ende des 17. Jahrhunderts gelangt ein neues Getränk nach Europa: Kaffee. Eigens dafür entstehen in europäischen Städten Kaffeehäuser. Hier treffen sich Kaufleute, Dichter und Philosophen um das Getränk bei interessanten Gesprächen zu konsumieren. Aber Kaffee ist teuer. Plantagen befinden sich im jemenitischen Hochland bei Mocha. Von dort wird der Kaffee nach Europa geliefert. Im 17. Jahrhundert gehören die arabischen Küsten des Mittelmeeres und der arabischen Halbinsel am Roten Meer zum riesigen osmanischen Reich. Das Kaffeemonopol besitzen die Osmanen. Es ist bei Todesstrafe verboten Kaffee und Pflanzen zu schmuggeln.
Der englische Filou und Spekulant Obediah Chalon hat an der Londoner Börse Schiffbruch erlitten. Er muss die Stadt fluchtartig verlassen und schifft sich nach Amsterdam ein. Aber auch dort verspekuliert er sich und landet im Gefängnis. Obediah Chalon ist intelligent, vielfach talentiert, beherrscht mehrere Sprachen, interessiert sich für Metallurgie und ist Sammler mechanischer Apparate. Er ist Mitglied der République de Lettres und kennt dadurch viele Virtuosi, Menschen die etwas meisterhaft beherrschen. Die Mitglieder tauschen sich untereinander in einem regen Schriftverkehr aus und verfügen über ein weitläufiges Netzwerk.
Obediah hat Glück im Unglück. Ein Vertreter der Ostindischen Kompanie weiß um seine vielfachen Talente und holt ihn aus dem Gefängnis. Dafür verpflichtet er Obediah für eine sehr gefährliche Aufgabe. Der Engländer soll nach Mocha fahren und den Türken Kaffeepflanzen stehlen. Die Holländer wollen die Pflanzen selber kultivieren und den Kaffee verkaufen. Die Kompanie stellt Obediah Finanzen zur Verfügung und lässt ihm freie Hand zur Entwicklung und Umsetzung eines Plans. Obediah stellt sich in aller Heimlichkeit eine Gruppe von Spezialisten für diese schwierige Aufgabe zusammen. Aber seine Aktivitäten bleiben nicht unbeobachtet. Frankreich und das osmanische Reich pflegen diplomatische Beziehungen. Obediah Chalon wird vom französischem Geheimdienst beobachtet und verfolgt. Sie fürchten eine Verschwörung gegen den Sonnenkönig Louis XIV.
Tom Hillenbrand ist Journalist und Autor von Sachbüchern und Romanen. Bekannt ist er durch seine kulinarischen Krimis mit einem luxemburgischen Koch als Ermittler. Sein futuristischer Krimi „Drohnenland“ wurde als bester Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet.
Tom Hillenbrand historischer Roman „Der Kaffeedieb“ nimmt den Leser mit auf eine Reise quer durch Europa bis auf die jemenitischen Hochebenen auf der arabischen Halbinsel. Dabei werden alle Sinne angeregt: Der Geschmack und Duft von Kaffee und Gewürzen, die Beschreibung der Landschaft und Pflanzen, die Geräusche der Großstadt Paris. Die Dialoge der interessanten und vielschichtigen Charaktere, sowie die anhaltende Spannung der Geschichte sind ein Lesevergnügen. Chiffrierte Briefe müssen entschlüsselt werden, Geheimdienst und Militär agieren gegeneinander. Der Held der Geschichte ist oft nur eine Nasenlänge von seinen Verfolgern entfernt. Allein der Name Obediah Chalon hätte Charles Dickens gefallen. Ein spannender und geistreicher Roman.

Text: Jutta Engelmayer
Tom Hillenbrand – Der Kaffeedieb, geb, 480S., 19,99€
Kiepenheuer und Witsch, März 2015, ISBN 978-3-462-04851-3

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