Robert Galbraith – Weisser Tod


Cormoran Strike ist als Privatdetektiv berühmt geworden, dass könnte gut fürs Geschäft sein. Der Kriegsveteran ist allerdings zu bekannt geworden, um selbst zu ermitteln. Um weiterzuarbeiten benötigt er Personal. Das Geld dafür muss erst einmal verdient werden. Seine Assistentin Robin Ellacott hat er nachihrem Rausschmiss wiedereingestellt. Nach ihrer Hochzeit mit ihrem Jugendfreund Matthew, ist sich Robin bewusst geworden wie viel ihr an ihrem Job als Ermittlerin liegt. Strike ist froh, sie zurück zu haben. Robins Ehe ist nicht glücklich. Sie will aus dieser Beziehung raus. Strike hat nach der Trennung von seiner langjährigen Freundin Charlotte eine neue Liaison. Unter der Oberfläche brodelt es zwischen Cormoran und Robin. Ist da mehr als berufliches Interessevorhanden?
Ein neuer Fall kommt auf das Team in Form eines jungen Mannes zu. Billy wirkt sehr konfus und verstört auf Cormoran Strike, als er in seinem Büro auftaucht. Er erzählt eine verworrene Geschichte aus seiner Kindheit. Er glaubt ein Verbrechen beobachtet zu haben. Eine Leiche wurde auf dem Grundstück seines Vaters begraben. Plötzlich flüchtet Billy aus dem Büro. Strike ist sich nicht klar darüber, was diese Story zu bedeuten hat. Ist die Beobachtung von dem verwirrten Billy nur eine Fantasie? Trotzdem versucht Cormoran Strike derGeschichte auf den Grund zu gehen. Dabei stößt er auf Jimmy, den älteren Bruder von Billy. Strike besucht eine Veranstaltung des politisch linksradikalen Aktivisten. Dort wird er von einem Ermittler erkannt. Kurz darauf klingelt in Strikes Büro das Telefon. Der Politiker Jasper Chiswell will ihn sprechen. Der Minister hat einen Auftrag für ihn. Er weiß von Strikes Interesse an Jimmy und fragt den Detektiv nach seinen bisher gesammelten Informationen über den Linksaktivisten. Chiswell wird erpresst und Strike soll für den Politikerermitteln. Dieses lukrative Angebot kann Strike, dessen Detektei immer am Rande des Ruins arbeitet, schlecht ablehnen. Er nimmt den Auftrag an, obwohl Chiswell ihm den Grund für die Erpressung nicht nennt. Eines Tages finden Robin und Cormoran den Politiker tot in seinem Londoner Haus. Mord oder Selbstmord ist die Frage. Die Suche nach der Antwort führt Robin und Cormoran in der Welt der hohen Politik und die komplizierte Familienstruktur von Jasper Chiswell.
Robert Galbraith neuer Fall für Cormoran Strike und Robin Ellacott dockt nahtlos an den Vorgänger „Die Ernte des Bösen“ an. Der Einstieg zeigt die Hochzeitsszene von Robin und Matthew. Ein schönes Paar, aber es zeigt sich hier schon, dass Robin sich falsch entschieden hat. Nach ihrem Rausschmiss bei Cormoran Strike ist sie unglücklich. Sie will wieder als Ermittlerin arbeiten. Galbraith führt das Team wieder zusammen, zeigt dabei die Befindlichkeiten ihrer Protagonisten. Arbeit und Privates werden beschrieben, immer wieder verknüpft und in Frage gestellt. Ein kompliziertes Paar, dass eigentlich perfekt zusammenpassen würde.
Die Handlung und die Vielschichtigkeit der Charaktere sind gut konstruiert. Abgrundtief schlechte Eigenschaften, Verzweiflung und Vorbelastung der Figurenwerden gekonnt in die Story verwoben und münden in die Auflösung des Falls. Galbraith erzählt realistisch, pessimistisch, aber spannend. Streckenweise ist die Geschichte etwas langatmig, aber durchhalten lohnt sich.

Text: Jutta Engelmayer  
Robert Galbraith – Weisser Tod, HC, 26,-€
blanvalet, 978-3-764-50698-8


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