Naomi Alderman – Die Gabe

Es geschieht plötzlich und unerwartet. Mädchen entdecken zufällig, dass sie mit ihren Händen bei Berührungen Stromstöße abgeben können. Ein Mädchen wird von einem Mann in einem Einkaufszentrum belästigt. Als er damit nicht aufhört, berührt sie ihn und er liegt zuckend auf dem Boden. Weltweit entdecken immer mehr Mädchen diese Fähigkeit. „Die Gabe“ kann in ihrer Stärke trainiert werden. Damit sind die Frauen in der Lage leichteste Vibrationen bis hin zum tödlichen Stromstoß einzusetzen. Ältere Frauen haben diese Macht nicht, können aber von jungen Mädchen geschult werden. Die Frauen erkennen weltweit ihre Chancen diese Macht zu benutzen. Nicht immer für positive Änderungen. Die Machtverhältnisse und das Zusammenleben ändern sich drastisch. Jungen verkleiden sich aus Angst als Mädchen. Tarnen und täuschen ist an der Tagesordnung. Frauen vergewaltigen Männer. Gewalt und Rache sind überall spürbar. Es kommt weltweit zu politischen Umstrukturierungen. Frauen sind an der Macht und nutzen sie. Die britische Autorin Naomi Alderman zeigt in diesem fiktiven Zukunftsroman was Macht bewirken kann. Die Frauen sind nicht besser als die Männer. Sie setzten ihre Stärke ein, weil sie es können. Die Frage nach dem „Was wäre wenn?“, erscheint wie ein böses Märchen. Dennoch hat dieser dystopische Roman etwas Philosophisches. Die Erkenntnis wie negativ eingesetzte Macht wirkt, kann ein Anstoß zum Umdenken sein. Positiv eingesetzte Macht bedeutet Verantwortung zu tragen und kann für das Gemeinwohl bedeutend sein.
Text: Jutta Engelmayer
Naomi Alderman – Die Gabe, TB, 16,99€
Heyne, 978-3-453-31911-0

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