ullstein http://radiolounge.radiolounge.online Tue, 25 Feb 2025 12:04:17 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2 http://radiolounge.radiolounge.online/wp-content/uploads/2019/08/cropped-D29CE3C1-BECD-409B-B54D-D65F3F37549C-1-32x32.png ullstein http://radiolounge.radiolounge.online 32 32 Heinz Bude – Abschied von den Boomern http://radiolounge.radiolounge.online/heinz-bude-abschied-von-den-boomern/ http://radiolounge.radiolounge.online/heinz-bude-abschied-von-den-boomern/#respond Tue, 16 Sep 2025 13:25:11 +0000 http://radiolounge.radiolounge.online/?p=2724 Zeit zu gehen – Heinz Budes spannender Essay über das Ende der Ära der Boomer

Sie haben den Wohlstand geerbt, die Debatten geprägt und jahrzehntelang den Ton angegeben: die Boomer-Generation. Doch nun naht der Abschied. Der Soziologe Heinz Bude zieht Bilanz – schonungslos, analytisch und mit einem Blick in die Zukunft. In seinem neuen Buch „Abschied von den Boomern“ entwirft er ein Gesellschaftsporträt zwischen Epochenbruch und Generationenwechsel. Eine kritische, originelle, aber auch verständnisvolle Lektüre über das Ende eines Lebensgefühls.
In „Abschied von den Boomern“ nimmt der Soziologe Heinz Bude seine eigene Generation unter die Lupe – jene, die zwischen 1955 und 1965 geboren wurde und in einem Westdeutschland aufwuchs, das von Wirtschaftswunder, Bildungsaufstieg und kultureller Revolte geprägt war. Eine Zeit, geprägt durch demokratischen Aufbruch, Kampf um die Selbstbestimmung der Frauen, gegen Aufrüstung und Atomkraft. Aber auch geprägt durch den Terrorismus der Rote-Armee-Fraktion, Aids und Tschernobyl. Doch Bude bleibt nicht bei nostalgischer Rückschau. Ihn interessiert: Was bleibt von dieser Generation, wenn sie abtritt?
Mit gewohnter analytischer Schärfe zeigt Bude, wie die Boomer lange den Diskurs dominierten – politisch, moralisch und medial. Doch mit Klimakrise, digitaler Transformation und globaler Unsicherheit geraten ihre Selbstgewissheiten ins Wanken. Der Autor beschreibt nicht nur die Macht dieser Generation, sondern auch ihre blinden Flecken: Besitzstandswahrung, Selbstgerechtigkeit, Angst vor Veränderung. Dies alles nicht in einem anklagenden Ton, sondern klug beobachtend. Er spricht auch über die Verdienste der Boomergeneration – Demokratisierung, Bildungsexpansion, Liberalität –, stellt aber die zentrale Frage: sind die Boomer bereit, loszulassen?

Ein Buch, das nicht nur für Soziologie-Interessierte lesenswert ist, sondern auch für alle, die wissen wollen, wie Gesellschaft sich verändert – und wer dabei auf der Bremse oder auf dem Gas steht. Und natürlich für die Boomergeneration selbst! Bude gelingt ein feinsinniger Abgesang auf eine Ära, über eine Generation, die langsam verstummt.  Das Buch ist auch ein Aufruf zur Verantwortung für die Gesellschaft, zum Dialog der Generationen. Denn: wie man Freiheiten verteidigt, bzw. erreicht und wie man sich im Diskurs behauptet, dies sind Eigenschaften der Boomer, die gerade heute wichtiger denn je sind.

Der Essay „Abschied von den Boomern“ von Heinz Bude ist jetzt in einer günstigenTaschenbuchausgabe im Ullstein Verlag erschienen und kostet 14,99€, ISBN 978-3-548-07030-8

Text: Ulf Engelmayer

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Richard Osman – Der Donnerstags Mord Club oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt http://radiolounge.radiolounge.online/richard-osman-der-donnerstags-mord-club-oder-ein-teufel-stirbt-immer-zuletzt/ http://radiolounge.radiolounge.online/richard-osman-der-donnerstags-mord-club-oder-ein-teufel-stirbt-immer-zuletzt/#respond Tue, 25 Feb 2025 12:04:17 +0000 http://radiolounge.radiolounge.online/?p=2628 Der Donnerstags Mord Club hat wieder einen Fall zu lösen. Gewünscht habe sie sich das nicht. Zu dem Club gehören Elizabeth, 76 Jahre alt und ehemalige Geheimagentin, die noch immer bis in höchste Kreise vernetzt ist. Sie ist der kriminalistische Kopf der Gruppe. Joyce ist 77 und war Krankenschwester. Sie ist das neueste Mitglied, backt und strickt gern und schreibt Tagebücher. Ron ist 75 und war Gewerkschaftsführer. Ungerechtigkeiten kann er nicht ausstehen. Der vierte im Bunde ist der ehemaliger Psychiater Ibrahim. Er ist mit 80 Jahren der älteste in der Gruppe. Das empfindet er selbst aber nicht so, er hält sich für 74. Alle leben in einem Ressort für Wohlhabende Senioren. Jeder hat seine eigene Wohnung, wer möchte nutzt die gemeinschaftlichen Ressourcen.
Der Antiquitätenhändler Kuldesh Shamar wird ermordet und da er ein Bekannter von Elizabeth und ihrem Mann ist, fühlt sich die Gruppe involviert. Kuldesh wurde erschossen. Ihm wurde ein Paket mit Rauschgift übergeben, dass er nur kurz zwischenlagern sollte. Das kostbare Paket verschwindet. Plötzlich ist eine ganze Gruppe von Personen hinter dem Paket her. Dealer, Betrüger und andere Ganoven. Doch obwohl es weitere Tote gibt, lässt sich der Donnerstag Mord Club nicht aufhalten. Dieses Mal ist Elizabeth von Sorgen geplagt. Ihrem geliebten Mann Stephen geht es nicht gut. Er gleitet immer mehr in die Demenz. Doch sie unterstützt die Gruppe so gut sie kann. Ihre Beziehungen sind weitreichend. Joyce wird mehr in die Ermittlungen involviert und zeigt dabei Führungsqualitäten. Dieser Fall ist besonders heikel und zieht internationale Kreise. Wer wird das Paket mit dem Rauschgift zuerst wiederfinden? Die Zeit läuft.
Richard Osman ist Autor, Produzent und Fernsehmoderator. Er wurde mit der als Serie konzipierten Krimireihe „Der Donnerstags Mord Club“ über Nacht berühmt. Für den ersten Band erhielt er den British Book Award. „Der Donnerstags Mord Club oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt“ ist der vierte Kriminalroman dieser Reihe. Die Charaktere dieser Romane sind brillant und in ihrer Zusammensetzung als Gruppe unwiderstehlich. Obwohl es um Mord geht, fehlt es inhaltlich nicht an einer guten Portion britischen Humors und einer intelligenten Handlung. Aber auch die auftretenden Sorgen des Alters fehlen nicht. Dieser Krimi ist ein perfekt gemixter Cocktail.

Text: Jutta Engelmayer
Richard Osman – Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt, TB, 13,99€
Ullstein, 978-3-548-06975-3

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James Ellroy – Die Bezauberer http://radiolounge.radiolounge.online/james-ellroy-die-bezauberer/ http://radiolounge.radiolounge.online/james-ellroy-die-bezauberer/#respond Tue, 20 Aug 2024 09:59:52 +0000 http://radiolounge.radiolounge.online/?p=2513 James Ellroy hat seinen neusten Roman im Los Angeles der 60er Jahre angesiedelt. Eine Story die sich mit dem Tod von Marilyn Monroe befasst. Erzählt wird die Geschichte von einer damals real existierenden Person. Freddy Otash starb im Oktober 1992. Er hatte mehr als nur eine Karriere vorzuweisen. Er war im 2. Weltkrieg Marinesoldat, arbeitete beim Los Angeles Police Department und wurde dort unehrenhaft entlassen. Er war Privatdetektiv ohne Lizenz und kannte sich in Hollywood bestens aus. Er war skrupellos, ein Meisterspion und Erpresser. Er war gut in dem, was er tat, und man kannte ihn bis in die höchsten Kreise. Er besorgte und konsumierte Drogen, Frauen und Informationen. Er war nützlich und unbeliebt. Und er ist der Ich-Erzähler des Romans „Die Bezauberer“.
Freddy Otash bekommt einen Anruf von dem völlig verängstigten Peter Lawford. Der britische Schauspieler ist der Ehemann von Pat Kennedy, einer Schwester von J.F. und Robert. Er vermisste Marilyn Monroe auf einer Dinnerparty, fuhr zu ihrem Haus und fand die Schauspielerin tot in ihrem Bett. Sah die Pillendosen. Die Hollywooddiva schien allein gewesen zu sein. Ihre Haushälterin war nicht da. Freddy Otash war der Mann für alle Fälle und ein alter Bekannter von Pat. Es war klar, dass er mit Peter Lawford zum Haus der Schauspielerin fahren würde. Trotzdem informierte Freddy den LAPD Chef William H. Parker. Für diese höchst brisante Aktion wollte er Rückendeckung und Instruktionen. Der Chief wusste das Freddy zu den intimsten L.A. Kennern gehörte und Freddy war auf dem neusten Stand. Er hatte den Auftrag Marilyn Monroe zu beschatten. Otash bekam vom Chief den Auftrag eine vollständige forensische Untersuchung durchzuführen. Bill Parker sorgte dafür das Freddy ungestört arbeiten konnte. Peter Lawford sollte er beruhigen und zum Schweigen verpflichten. Der Tod von Marilyn Monroe war brisant. Dem amtierenden Präsidenten J.F. Kennedy und seinem Bruder Robert wurden Affären mit ihr nachgesagt. Ihr fragwürdiger Tod durfte keine Verbindungen zu den Kennedys zeigen.
James Ellroy ist ein sprachgewaltiger amerikanischer Autor. Seine Krimis tauchen immer wieder ins Herz der Finsternis. Das muss der Leser aushalten können. Sein Erfolg gibt ihm immer wieder Recht. Das Thema in diesem Roman ist der Tod der Hollywood Ikone Marilyn Monroe. Die Art ihres Todes sorgt bis heute immer wieder für Spekulationen. Allein das ist ein Grund, dass dieser Roman gelesen werden wird. Hat man sich erst einmal in diesen Roman eingelesen ist man verloren, versinkt in einem Strudel der teuflischen Erzählkunst.

Text: Jutta Engelmayer
James Ellroy – Die Bezauberer, HC, 26,99€
ullstein, ISBN 978-3-550-20233-9

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