Heyne http://radiolounge.radiolounge.online Wed, 27 Aug 2025 09:11:34 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2 http://radiolounge.radiolounge.online/wp-content/uploads/2019/08/cropped-D29CE3C1-BECD-409B-B54D-D65F3F37549C-1-32x32.png Heyne http://radiolounge.radiolounge.online 32 32 Hubertus Meyer-Burckhardt – „Die Sonne scheint immer. Für die Wolken kann ich nichts.“ Was meine Großmutter mir über das Leben erzählte http://radiolounge.radiolounge.online/hubertus-meyer-burckhardt-die-sonne-scheint-immer-fuer-die-wolken-kann-ich-nichts-was-meine-grossmutter-mir-ueber-das-leben-erzaehlte/ http://radiolounge.radiolounge.online/hubertus-meyer-burckhardt-die-sonne-scheint-immer-fuer-die-wolken-kann-ich-nichts-was-meine-grossmutter-mir-ueber-das-leben-erzaehlte/#respond Tue, 12 Aug 2025 09:03:08 +0000 http://radiolounge.radiolounge.online/?p=2700 Der bekannte Produzent, Autor und Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt erinnert sich an seine Großmutter, seine Osi, wie er sie nannte. Sie starb vor fast vierzig Jahren. Familienmitglieder, die sich noch an sie erinnern können, gibt es nicht. Seine Eltern und er selbst sind Einzelkinder. Somit bleiben seine persönlichen Erinnerungen.
Die Großmutter des Autors war Jahrgang 1898. Damit erlebte sie das Ende des Kaiserreichs, die Weimarer Republik und zwei Weltkriege. Mit Nationalstolz musste ihr keiner kommen. Sie war eine Lebensbejahende Frau, hatte immer einen Spruch parat. Sie war an Menschen interessiert, konnte aber mit ihrer direkten Art auch eine Nervensäge sein. Sie lebte in Kassel und war Stammgast in der Weinstube Boos. Dort genoss sie Wein und führte Gespräche. Sie liebte es im Beiwagen einer Moto Guzzi mitzufahren, je schneller, umso besser. Trotz ihrer bewegten Geschichte oder gerade deswegen lebte sie im hier und jetzt. Die Gegenwart genießen, wer weiß was kommt. Ein Motto das sie auch an ihren Enkel mahnend weitergab. Hubertus Meyer-Burckhardt erinnert sich nachdenklich und liebesvoll an diese bemerkenswerte Frau. Als sie starb, war er Anfang dreißig. Jetzt ist der Autor fast siebzig Jahre alt. Er denkt oft an seine Osi und fragt sich, wieviel Einfluss diese bemerkenswerte Frau auf sein eigenes Leben hatte.
Ein Buch voller Anekdoten, Spaß, Lebensweisheit und Denkanstößen.

Text: Jutta Engelmayer
Hubertus Meyer-Burckhardt – „Die Sonne scheint immer. Für die Wolken kann ich nichts.“ Was meine Großmutter mir über das Leben erzählte
Heyne, 978-3-453-21888-8, HC, 22€

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Kathy Reichs – Die Sprache der Flammen http://radiolounge.radiolounge.online/kathy-reichs-die-sprache-der-flammen/ http://radiolounge.radiolounge.online/kathy-reichs-die-sprache-der-flammen/#respond Tue, 24 Jun 2025 11:38:32 +0000 http://radiolounge.radiolounge.online/?p=2672 Tempe Brennan ist forensische Anthropologin. Eigentlich wollte sie mit ihrem Partner Andrew Ryan zum Memorial-Day-Wochenende in Savannah ein paar entspannte Tage verbringen. Mitten in der Nacht erhält sie einen Anruf von ihrer Tochter Katy. Die ihr aus einem Einsatz in Afghanistan bekannte Journalistin Ivy Doyle bittet Katy um Hilfe. Inzwischen arbeitet Ivy für einen Fernsehsender in Washington D.C. Dort steht in Foggy Bottom ein Haus in Flammen. Es werden Menschen vermisst. Ivy benötigt für einen Fernsehbericht die Expertise einer Forensischen Anthropologin. Tempe lässt sich auf ein Zoom Interview ein. Sie beantwortet Fragen, wie bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leichen identifiziert werden können.
Ein paar Stunden später klingelt Tempe`s Telefon. Eine unbekannte Telefonnummer aus Washington DC auf dem Display.  Leider nimmt sie den Anruf an. Dr. Jada Thacker ist Interims Medical Examiner im District of Columbia. Sie braucht Tempes fachliche Hilfe bei der korrekten Erfassung der Brandstelle in Foggy Bottom. Das Gebäude wurde vermutlich als illegales Airbnb benutzt. Einige Bewohner hatten keine Chance das Haus zu verlassen. Vier Menschen gelten als vermisst. Tempe lässt sich überzeugen und macht sich auf die Fahrt in die US-Hauptstadt. Damit fällt ihr Rendevouz mit Andrew Ryan aus.
Der Hausbrand in Foggy Bottom wurde gelöscht und die Bergungsarbeiten starten. Die vier Brandopfer werden geborgen. Bei der Untersuchung des Hauses wird ein zusätzliches Kellergeschoss gefunden. In einem kleinen Abstellraum findet Tempe eine in einem Sack verschnürte Leiche. Die Zusammenhänge sind unklar. Vermutlich ist diese Leiche schon viel älter.
Foggy Bottom ist ein altes Viertel. Früher lebten hier Gangster und Schmuggler. Inzwischen ist dieser Stadtteil angesagt. Immobilien sind gefragt. Die Eigentümer des abgebrannten Hauses sind nicht kooperativ und zwielichtig. Dann brennt ein weiteres Gebäude. Der Verdacht auf Brandstiftung besteht und die Ermittlungen beginnen. Nachdem die vier Brandopfer identifiziert worden sind, könnte Tempe abreisen. Aber die fünfte Leiche ist unbekannt. Tempe wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht versuchen, würde auch diesem Menschen eine Identität zu geben.

Kathy Reichs ist forensische Anthropologin. Sie weiß fachlich, wovon sie schreibt. Ihre Thriller mit Temperance Brennan sind seit Jahren ein internationaler Erfolg. Die Serie „Bones – Die Knochenjägerin“ basiert auf ihren Büchern. Auch „Die Sprache der Flammen“ ist ein Buch, dass man nicht aus der Hand legen kann. Tempe Brennan ist wieder einmal kompetent, empathisch und hartnäckig dabei den Toten einen Namen zu geben.

Text: Jutta Engelmayer
Kathy Reichs – Die Sprache der Flammen, HC, 24,00€
heyne, ISBN 978-3-453-27525-6

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Andreas Brandhorst – Der Riss http://radiolounge.radiolounge.online/andreas-brandhorst-der-riss/ http://radiolounge.radiolounge.online/andreas-brandhorst-der-riss/#respond Tue, 12 Nov 2024 09:46:34 +0000 http://radiolounge.radiolounge.online/?p=2579 Science-Fiction aus dem Emsland? Geht das? Sogar sehr gut, denn dort ist die Heimat von Andreas Brandhorst, der schon mit Science-Fiction Romanen wie E.ON oder das Erwachen und das Schiff, die deutsche Science-Fiction Literatur in den letzten Jahren massiv geprägt hat. Eine Besonderheit seiner Bücher ist immer die Kombination von spektakulären Ideen im Science-Fiction Bereich, kombiniert mit Thriller Effekten und Cliffhangern. So auch in seinem neuesten Buch „Der Riss“. Alles der Frage unterworfen, wie real ist unsere Wirklichkeit? Die Geschichte spielt in einer nahen Zukunft. Flynn Dark Star, Softwareunternehmer und einer der weltbesten Hacker, gerät in die Fänge einer staatlichen Organisation, die ihn anlässlich einer Attacke auf das Pentagon entdeckte. Die Agenten stellen ihn und seine Mitarbeiter vor die Wahl, entweder für ein Geheimes Regierungsprogramm zu arbeiten oder eine langjährige Gefängnisstrafe zu riskieren. Schnell merken Flynn und sein Team, dass es hier nicht um Hacker Kriminalität geht. Die Wahrheit ist viel größer und verstörender, als sich alle aus dem Team vorgestellt haben. Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Das ist die zentrale Frage. Das Team versucht mithilfe einer sehr weit entwickelten künstlichen Intelligenz, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Sie haben aber nicht damit gerechnet, dass es noch eine Vielzahl von Mitspielern gibt, die auch herausfinden wollen, was die Welt im Innersten ausmacht. So entspinnt sich ein atemloser Wettlauf mit der Zeit. Andreas Brandhorst merkt man an, dass er sich in dem Metier Science-Fiction sehr gut auskennt. Natürlich gibt es einige Anspielungen aus den Kinofilmen der Matrixreihe. Mehr noch: wer genau liest, wird im Buch etliche Anleihen an diese Serie finden. Dennoch: Brandhorst hat für diesen atemberaubenden Plot sicher einen erheblichen Recherche Aufwand betrieben. Dies wird auch im Nachspann des Buches deutlich. Mit kurzen Kapiteln treibt er die Geschichte voran und entlässt den Leser nicht aus dieser spannenden Science-Fiction Story. Auch wenn man glaubt, dass die Geschichte schon 30 Seiten vor Ende des Buches zu Ende ist, wird man schnell eines Besseren belehrt. Der Riss ist ein gut gemachter Thriller, der Lust darauf macht mehr von diesem Autor zu lesen.

Das Buch ist erschienen im Heyne Verlag und kostet 24 €.
ISBN 978-3-453-27482-2

Text: Ulf Engelmayer

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Jan Weiler – Munk http://radiolounge.radiolounge.online/jan-weiler-munk/ http://radiolounge.radiolounge.online/jan-weiler-munk/#respond Tue, 29 Oct 2024 14:11:16 +0000 http://radiolounge.radiolounge.online/?p=2565 Peter Munk ist ein erfolgreicher Architekt. Als er mit einundfünfzig Jahren auf der Rolltreppe eines Züricher Kaufhauses einen Herzinfarkt erleidet, empfindet er das als viel zu früh. Er wird in eine Klinik gebracht, operiert, intensivmedizinisch überwacht und schließlich auf eine Normalstation verlegt. Munk durchlebt eine psychische Veränderung. Er wird sensibler und weint spontan. Er verspürt Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die ihn versorgen und freundliche Worte mit ihm wechseln. Früher wären das für ihn nur selbstverständliche Handlungen gewesen. Er beschließt niemanden in seine Erkrankung einzuweihen. Seinen Anwalt beauftragt er seinen Mitarbeitern und Partnern mitzuteilen, dass er eine Auszeit nimmt. Sein behandelnder Oberarzt klärt Munk auf. Er hatte einen Herzinfarkt gehabt und einen Bypass bekommen. Ungewöhnlich, denn Munk ist gut in Form. Die Fragen des Arztes nach Herzkrankheiten in der Familie oder Nikotin- und Alkoholkonsum kann er nur verneinen. Zu außergewöhnlichem Stress fällt ihm nichts ein. Dabei hat Munk gerade erst die Trennung von seiner Freundin hinter sich. Er glaubte sie im Kaufhaus kurz vor dem Infarkt gesehen zu haben. Aber Trennungen sind für ihn nichts Ungewöhnliches, zu oft gingen seine Beziehungen in die Brüche. Der Arzt gibt ihm den Rat seinen Gefühlen nachzugehen. Munk begibt sich in ein Fünfsternehotel mit klinischer Abteilung für Herzerkrankungen. Zu seinen Behandlungen zählen auch psychotherapeutische Gespräche. Das trifft bei Munk nicht auf Begeisterung. Er will keine Fragen zu seiner Familie und seinen eigenen Belangen beantworten. Er hat Angst vor tieferliegenden Fragen, die er dann beantworten muss. Doch er erkennt die Chance für sich. Der Therapeut fragte Munk nach seiner Charakterisierung, seiner Familie und seinen Beziehungen. Am Ende der Sitzung bekommt Munk die Aufgabe, sich über seine Beziehungen Gedanken zu machen und eine Aufstellung der wichtigsten Personen anzufertigen. Nach einigen Tagen beginnt Munk, nachdem er Kriterien festgelegt hat. Er listet alle Frauen auf, mit denen er geschlafen hatte und die er liebte. Er kommt auf 13.

Jan Weiler ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ-Magazins. Sein erstes Buch „Maria ihm schmeckt`s nicht!“ war ein Bestseller. Weitere erfolgreiche Bücher folgten. Der vielseitige Autor verfasst auch Kolumnen, Drehbücher, Hörspiele und Hörbücher.
Der Buchtitel „Munk“ ist kurz und prägnant. Zunächst fragt man sich: Wer oder was ist das? Bereits der erste Absatz gibt die Antwort und zieht den Leser in die Geschichte. Dabei geht es nicht um Spannung, sondern eher um die Frage, ob und wie Peter Munk die von seinem Therapeuten gestellte Aufgabe erfüllen wird. Ein reicher, beruflich sehr erfolgreicher Architekt mit hohen Ansprüchen an sich und seine Mitarbeiter. Er weiß, was er beruflich nicht will. In seinem privaten Umfeld hat er immer wieder Beziehungen, die nie lange halten. Deshalb ist für ihn Trennungsschmerz nichts Ungewöhnliches. Die Erinnerungen an die Frauen sind wie Kurzgeschichten erzählt. Das Ende des Romans ist bemerkenswert. Ein charmanter und zum Nachdenken anregender Roman.

 Text: Jutta Engelmayer
Jan Weiler – Munk, HC, 24€
Heyne, 978-3-453-27378-8

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