Axel Milberg – Düsternbroock

Axel Milberg ist in erster Linie als Kieler Tatortkommissar bekannt. Jetzt präsentiert er sich als Autor und zwar auf äußerst unterhaltsame Art. In seinem Debütroman erzählt er über seine Jugend in dem noblen Kieler Vorort Düsternbroock – so auch der Titel des Buches. Milberg möchte seinen Text ausdrücklich nicht als Autobiografie verstanden wissen. Dennoch sind die persönlichen Bezüge offensichtlich.
Großbürgertum würde man wohl das Milieu nennen, in dem Milberg aufgewachsen ist. Der Vater Anwalt, die Mutter eine pathologische Antiquitätensammlerin. Das bürgerliche Leben wird zelebriert. Das Canaster spielen mit Freunden gehört genauso dazu wie die Jagdausflüge des Vaters. Außenseiter der Familie – der schwule Patenonkel – machen das Leben des Ich-Erzählers abwechslungsreich. Dieser gibt sich in seiner jugendlichen Leidenschaft noch zahlreichen Theorien über Außerirdische und UFOs hin. Erich von Däniken lässt grüßen. Erste Liebschaften und ein Kriminalfall bringen ihn zurück in die Realität. Das Buch endet mit der Aufnahme Milbergs an der Schauspielschule in München.
„Düsternbroock“ ist entspannt zu lesen, streckenweise sehr witzig und originell, auch wegen des Erinnerns an die Jugendzeit. Deswegen ist das Buch wohl zu Recht auf der Bestsellerliste.  

Text: Ulf Engelmayer
Axel Milberg – Düsternbroock, HC, 22€
Piper Verlag, 978-3-492-05948-0

Ben Aaronovich – Die Glocke von Whitechapel

Peter Grant ist Detective Constable in London und Zauberlehrling. Durch Zufall entdeckte er sein Gespür für Magisches und sein Talent wird gefördert. Was manche Menschen als Hauch, Spur oder einfach als merkwürdig empfinden, hat tatsächlich etwas mit Magie zu tun. Ist bei Verbrechen Zauberei im Spiel, schaltet die Metropolitan Police die Einheit für spezielle Analysen ein. Dabei handelt es sich um die Gesellschaft der Weisen, kurz Folly genannt. Kopf ist der Magier Detective Chief Inspector Thomas Nightingale. Er ist Peters Ausbilder und der letzte offizielle Zauberer in England.
Der gesichtslose Magier Nummer 2 ist ein gewissenloser Verbrecher, der die Weltordnung zu seinen Gunsten verändern will. Ihm zur Seite steht Leslie May. Sie ist eine frühere Kollegin von Peter und hat sich auf die böse Seite der Magie geschlagen. Die Identität des gesichtslosen Magiers ist der Polizei inzwischen bekannt, aber er ist unauffindbar. Nightingale und sein Team überwachen Personen, die Kontakte in die magische Szene haben. Eine dieser Personen wird nach einem Angriff schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht und dort trotz Überwachung getötet. Martin Chorley, der gesichtslose Magier ist wieder da.
Archäologische Fundstücke von römischen Kultstätten verschwinden. Peter und seine Kollegin Gulled entdecken Spuren, die in eine alte Gießerei führen. Dort ist eine Glocke in Auftrag gegeben und gegossen worden. Peter spürt die ausgehende Magie, die von dieser Spezialanfertigung ausgeht. Die Glocke wird zerstört.
Das hindert Martin Chorley nicht daran weiter aktiv zu bleiben. Peter wird entführt und von in einer Blase festgehalten, in der er keine Magie ausüben kann. Bewacht wird er von Fingerhut, einer Fae. Sie ist ein magisches Wesen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Das Peter nicht sofort von Chorley getötet wird, hat er seiner abtrünnigen Exkollegin Lesley May zu verdanken.
Mr. Punch, der Geist von Aufruhr und Rebellion soll getötet und als mächtiges Relikt für die Glocke genutzt werden. Während Peters Gefangenschaft wird eine weitere Glocke hergestellt. Peter gelingt es das Vertrauen von Fingerhut zu gewinnen. Zusammen gelingt ihnen die Flucht aus Chorleys Gefängnis. Die Zeit läuft und das Team von Nightingale ermittelt gegen die Zeit.
Ben Aaronovich stellt mit „Die Glocke von Whitechapel“ den 7. Fall mit DC Peter Grant vor. Mit der Mischung aus Fantasy und Krimi hat der Autor genau den richtigen Stil getroffen. Die Romane sind internationale Bestseller. Das liegt sicher an den liebenswürdigen, kauzigen und außergewöhnlichen Charakteren. Die Metropole London mit ihrer langen Geschichte, bietet genug Platz, um die Figuren agieren zu lassen. Jeder neue Fall wird freudig erwartet.

Text: Jutta Engelmayer
Ben Aaronovich – Die Glocke von Whitechapel, TB, 10,95€
dtv, 978-3-423-21766-8